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8 Jun
2017

AppCheck: Gesundheits- und Medizin-Apps im Focus

Viele Patientinnen und Patienten wünschen sich aber mehr Unterstützung bei der Bewältigung ihres Alltags und ihrer Erkrankung. Eine mögliche Hilfe finden die Erkrankten in gesundheitsbezogenen Apps, welche in einer großen Vielfalt vorhanden sind. Apps können Patienten/innen gezielt bei einem aktiven Lebensstil und einem selbstbestimmten Umgang mit der Erkrankung unterstützen. Das Angebot an entsprechenden Apps ist breit gefächert, das Angebot nahezu unüberschaubar. Diese große Auswahl ist aber oft auch das Problem. Nutzer/innen stehen vor der Herausforderung, vertrauenswürdige und für sich geeignete Apps zu finden. Die Anwenderinnen und Anwender können sich etwa hinsichtlich des Beliebtheitsgrades für eine App entscheiden, haben dafür aber andere Kriterien wie die Nutzungsintensität oder Datenschutz eher weniger im Auge. Darüber hinaus ist der medizinische Nutzen der Anwendung  auch nicht immer sofort ersichtlich.

Abhilfe schaffen will das Informationsportal AppCheck des Zentrum für Telematik und Telemedizin. Für die Bewertung werden verschiedene Kriterien zu Grunde gelegt, um ein möglichst umfassendes Bild der App zu erhalten. Dazu gehören medizinische Aspekte bzw. der medizinische Nutzen, die Nutzerfreundlichkeit (Usability), die Verfügbarkeit rechtlicher und datenschutzrechtlicher Informationen, die Funktionalitäten der Apps, die Barrierefreiheit, etc.
Noch ist diese Informations- und Bewertungsplattform für Gesundheitsamts in der Aufbauphase. Dennoch ist die Sensibilisierung für mögliche Probleme mit Gesundheitsapps nützlich und sinnvoll. Patienten erhalten zunehmend eine orale Chemotherapie. Somit tragen sie eine größere Eigenverantwortung, was die Durchführung der Therapie sowie die Beobachtung unerwünschter Wirkungen angeht. Auf dem ASCO Kongress wurde am 5.6.2017 eine Studie vorgestellt, die herauszufinden sollte, ob eine Handy-App Therapietreue und Symptommanagement bei Patienten mit oraler Chemotherapie verbessern kann. 181 Patienten mit verschiedenen Krebsarten und verschriebener oraler Chemotherapie wurden in 2 Arme randomisiert; der eine Arm nutzte die App, der andere nicht. Die App enthielt einen Medikations-Plan mit Erinnerungsfunktion, ein Symptom-Reporting-Modul, eine Bibliothek und Krebs-spezifische Hilfsmittel. Insgesamt ergab sich, dass eine Handy-App die Therapietreue verbessert und die Behandlungszufriedenheit für Patienten mit Risikofaktoren steigert, vor allem für solche, die mit der Therapie oder Angst zu kämpfen haben, so das Fazit der Autoren.

Literatur:
Joseph Greer, Jamie M. Jacobs, Nicole Pensak et al.
Randomized trial of a smartphone mobile app for adherence to oral chemotherapy.
J Clin Oncol 35, 2017 (suppl; abstr 10055)

Kommentar Mammazentrum Hamburg: Die am weitesten entwickelten und damit auch interessantesten Apps sind bislang nur in englischer Sprache erhältlich und vor allem in den USA verbreitet. Hier gibt es offene Fragen zum Datenschutz und Interessenkonflikten (z.B. Finanzierung durch Pharmaunternehmen). Informationen dazu erhalten Sie zumindest teilweise bei iMedicalApps. Allerdings müssen Sie sich dazu registrieren. Suchen Sie dann nach einer der zahlreichen Apps für Brustkrebspatientinnen sind Sie schon als solche identifiziert. Viele der Apps wurden mit renommierten Brustkrebszentren entwickelt und könnten helfen wichtige Fragen zu beantworten. Grundsätzlich wären solche Daten (z.B. über den Krankheitsverlauf) auch für Mediziner sehr hilfreich. Leider ist der Umgang mit persönlichen Daten in den USA deutlich weniger geschützt als in Deutschland, also bleiben Sie vorsichtig. Warten Sie ggf. bis solche Apps von deutschen Entwicklern, welche die Daten in Deutschland speichern müssen, angeboten werden.

 


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