Intern | Impressum | Datenschutz | Mammazentrum Hamburg | Krankenhaus Jerusalem
7 Apr
2018

Brustkrebs: Hilft eine spezielle Diät?

Es gibt viele Hinweise darauf, dass die Ernährung nicht nur bei der Entstehung von Krebs, sondern auch als unterstützende Maßnahme in der Therapie eine entscheidende Rolle spielt. So kann ein ungesunder Lebensstil mit einseitiger Ernährung und wenig Bewegung tatsächlich eine Krebsentstehung begünstigen. Die Grundpfeiler einer gesunden Ernährung für Krebspatienten hat das Tumorzentrum München auf seiner Internetseite zusammengefasst.
Hier werden unter Federführung von Professor Hans Hauner und Professor Marc Martignoni Informationen zur Ernährung für Krebspatienten, ihre Angehörigen und Freunde, aber auch für betreuende Ärzte präsentiert. Es finden sich Empfehlungen wie der übliche Speiseplan der jeweiligen Situation angepasst werden kann oder auch ein Ernährungsblog für Patienten, aber auch Rezepte und mehr.
Mittlerweile gehen die wissenschaftlichen Erkenntnisse weiter. Es gibt nicht nur Hinweise darauf, dass Ernährung den Erkrankungsverlauf beeinflussen kann, sondern auch welche Substanzen in der Nahrung wahrscheinlich dafür verantwortlich sind. Interessant ist hierzu eine neue Studie im Tiermodell.

In diesem Modell konnte gezeigt werden, dass sich Krebszellen von triplenegativen Mammakarzinome besonders rasch ausbreiten. Dabei zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang mit dem Vorhandensein des Enzyms Asparaginsynthetase. Dies berichtet das Ärzteblatt in einem Artikel: Brustkrebs: Wie die Ernährung die Metastasierung bremsen könnte.

L-Asparagin ist eine proteinogene Aminosäure, die eine wichtige Rolle im Stoffwechsel spielt. Im Körper fungiert die Aminosäure als Ausgangsstoff chemischer Botenstoffe und ist weiterhin am Transport von Stickstoff beteiligt, der für biochemische Reaktionen gebraucht wird. Asparagin ist auch wichtig für das Immunsystem, da es an der Bildung von Zucker-Eiweiß-Molekülen, den Glykoproteinen beteiligt ist und so hilft, die körpereigenen Zellen zu identifizieren. In Lebensmitteln wie Kartoffeln oder Getreide ist neben Asparagin auch reduzierender Zucker, wie etwa Traubenzucker enthalten. Werden diese Lebensmittel mit wenig Wasser erhitzt, kann Acrylamid entstehen, das als Krebserregend gilt.
Zu den asparaginreichen Lebensmitteln zählen Milchprodukte, Molke, Rindfleisch, Geflügel, Eier, Fisch, Meeresfrüchte, Spargel, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Soja und Vollkornprodukte. Asparaginarm sind dagegen die meisten Früchte und Gemüsesorten, berichtet das

In einer klinischen Studie wollen die Forscher jetzt untersuchen, ob eine asparaginarme Diät bei Gesunden tatsächlich die Plasmaspiegel der essenziellen Aminosäure reduzieren kann. Falls sich dies bestätigt, sind weitere Studien mit Krebspatienten geplant. Hierbei würde eine Diät wahrscheinlich zusammen mit einer Chemotherapie oder Immuntherapie zum Einsatz kommen.

Asparagine bioavailability governs metastasis in a model of breast cancer.
Simon R. V. Knott et al., Nature 2018;554: 378–381 (15 February 2018)

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen