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26 Sep
2017

Die Zukunft der endokrinen Therapie: Kombination mit anderen Substanzen

Loreley ist nicht nur der antike Mythos der Nymphe Echo, welche aus Trauer über den Verlust ihres Geliebten zu einem Felsen erstarrte, von welchem fortan ihre Stimme als Echo ertönte, sondern auch eine aktuelle Studie zu einer neuen Kombinationstherapie. Die Zugabe eines selektiven PI3K-Inhibitors (Taselisib) zur präoperativen (neoadjuvanten) hormonalen Therapie führt zu einer signifikanten Zunahme des klinischen Ansprechens beim frühen östrogenrezeptor-(ER)-positiven Brustkrebs.

In der Gesamtpatientinnenpopulation führte Letrozol (Femara) plus Taselisib zu einer Ansprechrate von 50% im Vergleich zu 39,3% mit Letrozol allein. Die Ansprechrate mit der Kombination stieg sogar auf 56,2% bei Patientinnen mit PIK3CA-mutanten Tumoren gegenüber 38% mit Letrozol allein, wie Cristina Saura, MD, Vall d’Hebron Universitätsklinikum in Barcelona und Kollegen auf der jährlichen Tagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) berichtete.Patientinnen, die mit Taselisib behandelt wurden, hatten andererseits im Einklang mit dem bekannten Toxizitätsprofil der Anti-PI3K-Klasse mehr gastrointestinale, haut- und metabolische Nebenwirkungen.

“Dies ist die erste randomisierte Studie, welche eine signifikante Erhöhung der objektiven Ansprechrate bei der Behandlung mit einem PI3K-selektiven Inhibitor in Kombination mit einer endokrinen Therapie bei ER-positiven, HER2-negativen frühen Brustkrebspatienten in der MR Mammographie zeigt,” sagte Saura. “Die Behandlungswirkung schien in der PIK3CA-mutierten Population stärker ausgeprägt zu sein“.
Die LORELEI-Studie umfasste postmenopausale Frauen mit Brustkrebs im Stadium I-III (operabel, ER-positiv / HER2-negativ).in der Studie wurde immer eine MR Mammographie durchgeführt, um Patientinnen mit Tumoren ≥2 cm für die Studienteilnahme zu identifizieren. Alle Patienten erhielten 16 Wochen neoadjuvant Letrozol plus entweder Taselisib oder Placebo. Nach der Operation erhielten die Patienten nach Wahl eine adjuvante endokrine Therapie, Chemotherapie und / oder Strahlentherapie.
Die Datenanalyse umfasste 334 randomisierte Patienten, von denen 152 PIK3CA-mutante Tumore hatten. In der Taselisib-Gruppe erreichten acht Patienten vollständige Rückbildungen, 75 hatten partielle Revisionen und 67 hatten eine nicht fortschreitende Erkrankung. Entsprechende Zahlen in der Kontroll-Gruppe waren drei, 63 und 86.
Quelle: Charles Bankhead, MedPage Today September 09, 2017

Kommentar Mammazentrum Hamburg: Durch die Kombination von endokriner Therapie mit anderen in den Tumorstoffwechsel eingreifenden Substanzen kann die Effektivität gesteigert werden. PI3K-Inhibitoren werden das Spektrum der Kombinationstherapien zusätzlich zu den CDK4/6-Inhibitoren und den immunmodulierenden mTOR-Inhibitoren künftig erweitern und eine weitere Therapieoption für die Brustkrebspatientinnen darstellen. Diese zielgerichteten Substanzen stärken den Stellenwert der endokrinen Therapie. Senolog hat bereits 2015 über dieses Konzept berichtet.

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