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25 Aug
2017

Durch Verzicht auf Nahrung über Nacht können Brustkrebspatientinnen ihr Rezidivrisiko senken

Es ist bekannt, dass durch eine Reduktion des Fettanteils im Körper das Rezidivrisiko beim Mammakarzinom gesenkt werden kann. Eine Möglichkeit dazu ist das Heilfasten, das jedoch hohe Disziplin und eine Änderung der Lebenseinstellung erfordert. Idealerweise sollten Fastenkuren ärztlich begleitet werden, da es zu erheblichen Eiweißdefiziten kommen kann.

Amerikanische Wissenschaftler untersuchten nun eine weniger anstrengende Form der Nahrungskontrolle, welche im amerikanischen Sprachraum als “Peak Fasting” bezeichnet wird. Das Prinzip basiert auf einer über Nacht mindestens  13 Stunden andauernden Fastenperiode, d.h. wer abends um 7 Uhr Nahrung zu sich nimmt, darf erst am kommenden Morgen um 8 Uhr wieder mit der Ernährung beginnen (auch zwischendurch kein Apfelsaft oder andere kalorienhaltigen Getränke).
Die Datenauswertung der Langzeitstudie Women’s Healthy Eating and Living Study, an der 2413 Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium (Durchschnittsalter: 52,4 Jahre) teilnahmen, zeigte, dass Brustkrebspatientinnen, ohne Ernährungskontrolle ein 36% höheres Risiko auf ein Brustkrebs-Rezidiv hatten, als Frauen, die 13 oder mehr Stunden nichts aßen. Das Sterblichkeitsrisiko aufgrund von Brustkrebs oder anderen Erkrankungen war bei den Frauen mit kürzerer nächtlicher Fastenzeit hingegen nicht erhöht.

Angesichts der Erkenntnis, dass längeres nächtliches Fasten eine bessere Blutzuckerregulation sowie längerer Schlafdauer in Verbindung steht, könnte nächtliches Fasten möglicherweise auch das Risiko auf Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere Krebsarten senken. Um diese Vermutung zu bestätigen sind allerdings noch weitere Studien erforderlich.
Dennoch gilt, die Verlängerung der nächtlichen Fastenzeit ist eine simple, kostenlose und nicht-pharmakologische Methode für Brustkrebspatientinnen um das Rezidivrisiko zu senken.

Abstract der Studie: Marinac, C. R., et al., Prolonged Nightly Fasting and Breast Cancer Prognosis. JAMA Oncology, 2016: 2(8), 1049-1055.
Quelle: Akademie für menschliche Medizin

Kommentar Mammazentrum Hamburg. Ein weiterer Hinweis darauf, dass mit der Umstellung der Ernährung ein Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Brustkrebs möglich ist. In einer Ernährungsgruppe mit fettreduzierter Ernährung sinkt nicht nur das Körpergewicht. Zusätzlich sinken während des 16,1-jährigen Nachbeobachtungszeitraums im Women’s Health Initiative Dietary Modification Trial die Todesfälle nach Brustkrebs signifikant, (234 Todesfälle im Vergleich zu 443 Todesfällen in der Gruppe ohne fettreduzierte Diät). Im Ergebnis führte ein fettarmes Ernährungsmuster zu einer geringeren Inzidenz von Todesfällen nach Brustkrebs.

Low-Fat Dietary Pattern and Breast Cancer Mortality in the Women’s Health Initiative Randomized Controlled Trial
RT Chlebowski et al. J Clin Oncol 35 (25), 2919-2926. 2017 Jun 27.

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