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3 Okt
2017

Internationaler Brustkrebsmonat Oktober

Der Monat Oktober steht international ganz im Zeichen der Sensibilisierung für das Thema Brustkrebs. In den kommenden Wochen wird die Krankheit medial und gesellschaftlich in den Fokus gerückt, mit dem Ziel, das Bewusstsein für die Diagnose, die Behandlung und mögliche therapeutische Maßnahmen zu stärken. 

Die Top Themen im Oktober 2017:

1. Abschwächung der Strahlentherapie, seltener Chemotherapie und exaktere Operationen

Während Brustkrebspatientinnen früher überwiegend mit einer festgelegten Kombination von Operation, Bestrahlung und medikamentöser Therapie behandelt wurden, wird dieses Konzept heute zunehmend individuell „deeskaliert“, d.h. die Behandlungen sind weniger intensiv, kürzer und mit weniger bleibenden Folgen verbunden – ohne Kompromisse bei den Heilungsraten. Es ist möglich, die Intensität der Behandlung individuell festzulegen, da heute unterschiedliche Formen des Brustkrebs dank neuer Erkenntnisse und Untersuchungsmethoden bekannt sind  und somit gezielter behandelt werden können. Für viele Patientinnen reduziert sich damit die Belastung um ein Vielfaches.

2. Mehr Autonomie für Patienten dank Wissenschaft

Traditionelle chinesische Medizin, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) oder eine spezielle Ernährung, bzw. Nahrungsergänzung – die Liste der möglichen komplementärmedizinischen Methoden ist lang. In der Vergangenheit hat die Schulmedizin jedoch immer wieder von vielen unterschiedlichen Angeboten abgeraten. Grund hierfür: Die Experten waren sich unsicher, ob damit nicht auch Schaden ausgelöst werden könne. Mit zunehmendem Wissen um die entsprechenden Wechselwirkungen jedoch, können heute die Wünsche der einzelnen Patientinnen besser in die Planung der Behandlung einbezogen werden. Immer mehr Ärzte öffnen sich gegenüber ergänzenden komplementärmedizinischen Maßnahmen, die im Kampf gegen den Krebs unterstützend wirken können.

3. Der Genetik von Tumoren auf der Spur

Sowohl im Blut als auch im Tumor selbst kann man inzwischen das Auftreten von wichtigen Veränderungen in der Erbsubstanz (DNA) von Tumorzellen bestimmen. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten der Früherkennung und der Therapiekontrolle. Zudem kann das Ansprechen einer medikamentösen Therapie besser vorausgesagt werden.

4. Personalisierte und individuelle Therapie

Die individualisierte Brustkrebstherapie ermöglicht höchstmögliche Heilungsraten bei geringstmöglicher Belastung und wird deshalb als Präzisionsmedizin bezeichnet.

Ex-US-Präsident Obama nannte die Präzisionsmedizin einst „die richtige Therapie zum richtigen Zeitpunkt für den richtigen Patienten.“ Hintergrund: Jeder Mensch hat seine ganz eigene Erbinformation, die sein Krankheitsrisiko, den Krankheitsverlauf und die Reaktion auf Therapien wesentlich bestimmt. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Lebensumstände des Patienten, mit Zuhilfenahme von statistischen Auswertungen und computergestützte Analyse-Methoden können Entscheidungen zur individuellen therapeutischen Behandlungsmethode getroffen werden.

Krebstherapeuten legen insbesondere in die Immuntherapien große Hoffnung, da diese das Potenzial haben, die Krebstherapie grundlegend zu revolutionieren. Basis dieser Therapie ist es, die Erkrankung mit dem körpereigenen Immunsystem zu bekämpfen. Diese neuen Formen der medikamentösen Therapien werden derzeit vor allem bei fortgeschrittenen Krankheitsstadien angewendet.

5. Entwicklungen der Diagnostik

Mammographie, Ultraschall, MRT – die Diagnostik von Brustkrebs wird dank des technischen Fortschritts immer präziser. Neue Verfahren wie zum Beispiel die Tomosynthese, welche eine dreidimensionale Darstellung der Brust ermöglicht, erhöhen bei gleichbleibender Strahlendosis die Genauigkeit und entdecken kleine Tumore auch bei dichtem Brustgewebe. Moderne Geräte erlauben es der Patientin, den Druck auf ihre Brust bei der Untersuchung selbst zu regulieren – das reduziert bestehende Ängste und hat zur Folge, dass die Teilnahme an der Früherkennung und Nachsorge gefördert wird.

6. Verbesserte Betreuung von Patientinnen, die den Krebs lange überleben

Immer mehr Frauen überleben die Diagnose Brustkrebs. Grund dafür sind die Erfolge der modernen Behandlungsmethoden. Doch in den letzten Jahren wurde deutlich, dass selbst bei Anwendung der schonenderen Therapien (z.B. Hormontherapie statt Chemo) negative Folgeerkrankungen nicht ausgeschlossen werden können.  Um diese jedoch zu erkennen und zu behandeln, wurde die Nachbetreuung von Brustkrebspatientinnen verlängert und intensiviert. Statt früher fünf Jahre können Patientinnen nun zehn Jahre lang an einer strukturierten Nachsorge im Rahmen des s sogenannten „Disease Management Programm Brustkrebs“ teilnehmen. Damit wird die Früherkennung von Folgen der Therapie (z.B. Osteoporose, psychische Aspekte oder gestörte Organfunktionen) verbessert.

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