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6 Dez
2017

Kühlkappen wirksam gegen Haarausfall bei einer Chemotherapie

Viele Frauen fürchten den Haarausfall im Rahmen einer erforderlichen Krebstherapie mit zeltschädigenden Medikamenten. Seit längerer Zeit wurde deshalb nach einem Verfahren gesucht, dass diese bislang unvermeidbare Nebenwirkung der Chemotherapie verhindert.

Inzwischen liegen zehn hochwertige Studien, sogenannte „randomized controlled trials“ vor (sechs aus Europa und vier aus den USA), die belegen, dass die Therapie mit Kühlkappen den Haarausfall reduziert, teilweise auch verhindert.
Die Untersuchungen erfolgte überwiegend bei Frauen mit Brustkrebs, die über mehrere Zyklen ganz überwiegend mit Anthrazyklinen (Doxorubicin, Epirubicin) behandelt wurden. Alle Studien kommen zu dem Schluss, dass mit der Kopfhautkühlung („Scalp-Cooling“) eine effiziente Methode gegen den Haarausfall zur Verfügung steht.
Auch einfache Kühlkappen, die vor der Anwendung auf Temperaturen von –18 °C bis –25 °C eingefroren werden, wurden eingesetzt. Diese Modelle müssen allerdings alle 30 Minuten gewechselt werden, da sie zwischenzeitlich auftauen. Besser in der Anwendung sind neuere Systeme, bei denen die Kappen von Kanälen durchzogen werden, durch die ein Kühlmittel strömt, z.B. Dignicap ©) welches im Mammazentrum Hamburg eingesetzt wird.
Bei der Gesamtauswertung aller Studien ging der Anteil der Frauen, die im Zuge der Chemotherapie aufgrund des Haarausfalls eine Perücke benötigten, um 46% zurück. Die unangenehmen Begleiterscheinungen waren durchweg erträglich. Am häufigsten wurden Kopfschmerzen beschrieben; diese betrafen in den entsprechenden Studien 18 von 126 Frauen.
Die Autoren der Metaanalyse fordern nun alle Kliniker, die mit Krebspatientinnen zu tun haben, auf, die Kühlsysteme verstärkt zum Einsatz zu bringen. Den Haarverlust zu verhindern bedeute für die Frauen sehr wahrscheinlich einen enormen Gewinn an Lebensqualität.
In Deutschland wird das Scalp-Cooling bereits an mehreren Zentren, z. B. am Mammazentrum Hamburg und am Brustzentrum der LMU München, dort im Rahmen des Versorgungsforschungsprojekts EvaSCALP, angeboten.
Ausführlich Erläuterungen zum Kühkappenpropjekt am Mammazentrum Hamburg im Artikel: Kann die moderne Sensor-gesteuerte Kopfkühlung während der Chemotherapie den Haarausfall verhindern?

Quelle: Auszüge nach Dr. Elke Oberhofer, www.springermedizin.de auf der Basis von: Rugo HS et al. Scalp hypothermia for preventing alopecia during chemotherapy. Clinical Breast Cancer 2017; online 9. August 2017

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