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20 Jan
2018

Mehr Lebensqualität nach Brustkrebstherapie. Ganzheitliche Betreuung von Überlebenden

Auch das Jahr 2017 hat erneut kleine, aber bedeutsamen Fortschritte in der Brustkrebstherapie gebracht. Vor allem die weitere Individualisierung der Therapie aufgrund von Biomarkern, neue Medikamente und eine zielgenaue Strahlentherapie haben die Therapie weiter verbessert. Neben all den Erfolgen rückt nun die Langzeitbetreuung der Überlebenden in den Blickpunkt. Studien belegen, dass in der routinemäßigen Nachsorge die Prävention und Erkennung von Rezidiven im Vordergrund steht und die Frage, ob Überlebende zusätzliche Hilfen benötigen, vernachlässigt wird. Aufgrund der Therapien bestehen bei vielen Brustkrebs-Überlebenden unerwünschte Folgen, die noch Jahre nach Beendigung der primären Behandlung anhalten können. Am häufigsten werden Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Hitzewallungen angegeben.

Die Studie “Symptombelastung, der unerfüllte Bedarf an Unterstützung und psychosozialer Anpassung bei längerfristigen Brustkrebs-Überlebenden” wurde am 9. Dezember 2016 auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium 2016 vorgestellt.

Die Forscher fanden heraus, dass fast alle Frauen – 92% – über eine oder mehrere Langzeitnebenwirkungen der Brustkrebstherapie berichteten.
Die häufigsten waren:
• Ermüdung (67%)
• Gelenkschmerzen (66%)
• Gewichtszunahme (60%)
• Libidoverlust (55%)
• Probleme beim Schlafen (52%) und
• Gedächnisprobleme (21%)

Die Untersucher konnten zeigen, dass Frauen mit langfristigen Nebenwirkungen und vor allem Frauen, die das Gefühl hatten keine ausreichende Hilfe bei langfristigen Nebenwirkungen zu erhalten, in Folge des Mangels an Aufmerksamkeit eher ängstlich oder depressiv waren.
“Bei der Betreuung von Überlebenden geht es um mehr als nur Screening und Krankheitsvorbeugung. Es geht um die ganze Person”, sagte Senior Autorin Linda A. Jacobs, Ph.D., C.R.N.P., Leiterin der Krebs-Überlebensprogramme des Abramson Cancer Center. “Unsere Ergebnisse weisen auf die Notwendigkeit einer ganzheitlicheren Sicht auf die Brustkrebsnachsorge hin.“

Kommentar Mammazentrum Hamburg: Um dieser Notwendigkeit gerecht zu werden, müssen sich multiprofessionelle Netzwerke bilden um in gemeinsamer Abstimmung die bestmögliche Versorgung der Langzeitüberlebenden sicher zu stellen und neben den medizinischen auch die psycho-sozialen Aspekte in der Langzeitbetreuung zu berücksichtigen. Denn für Brustkrebspatientinnen gilt: „Geheilt heißt nicht immer auch gesund.“

Quelle: http://www.breastcancer.org/research-news/untreated-side-effects-cause-anxiety-depression

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