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26 Okt
2017

Neuer Ratgeber “Familiärer Brust- und Eierstockkrebs

Im Brustkrebsmonat Oktober will die Deutsche Krebshilfe Frauen aus Risikofamilien mit Entscheidungshilfen in wichtigen Fragen unterstützen. Etwa fünf bis zehn Prozent der Brustkrebsneuerkrankungen können auf Veränderungen im Erbgut zurückgeführt werden. Wer eine solche Genveränderung in sich trägt, hat zeit seines Lebens ein sehr hohes Risiko, einen Tumor in der Brust oder den Eierstöcken zu entwickeln. Verantwortlich dafür sind vor allem Veränderungen (Mutationen) in den beiden bekanntesten sogenannten Brustkrebsgenen mit den Abkürzungen BRCA1 und BRCA2 (aus dem Englischen für Breast Cancer = Brustkrebs). Sowohl Vater als auch Mutter können Träger des Gen-Defekts sein und ihn von Generation zu Generation an die Nachkommen weitervererben. Frauen mit einer Mutation im BRCA-Gen erkranken auch häufiger an Eierstockkrebs.

Eine Situation, die Ängste auslöst und zahlreiche Fragen aufwirft: Woran erkenne ich als Brustkrebspatientin, dass ein familiärer Brustkrebs vorliegen könnte? Soll ich einen Gentest machen lassen? Was passiert, wenn das Ergebnis positiv ist? Ist eine vorbeugende Operation sinnvoll, und darf ich überhaupt noch Kinder bekommen?

“Betroffene, die mit einem genetischen Risiko leben müssen, sind dauerhaft großen psychischen Belastungen ausgesetzt”, sagt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. “Mit dem Ratgeber wollen wir denjenigen Orientierung und Hilfestellung bieten, die vor schwerwiegenden medizinischen Entscheidungen stehen.”

Die neue Broschüre “Familiärer Brust- und Eierstockkrebs” ist in der Reihe “Die blauen Ratgeber” erschienen und informiert über den Stand der aktuellen wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnisse. Potenziell Betroffene erfahren, wie sie ihr persönliches Risiko ermitteln lassen können. Darüber hinaus vermittelt die Broschüre, welche in enger Zusammenarbeit mit den Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs erstellt wurde, wichtige Adressen und Anlaufstellen für Ratsuchende, die zu einer Risikofamilie gehören.

Den Ratgeber “Familiärer Brust- und Eierstockkrebs” sowie weitere Informationsmaterialien zur Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Brustkrebs können Betroffene und Interessierte kostenlos unter der Telefonnummer 0228 / 7 29 90-0 bei der Deutschen Krebshilfe bestellen oder unter www.krebshilfe.de/infomaterial-fuer-betroffene herunterladen. Eine persönliche Beratung bieten darüber hinaus die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Informations- und Beratungsdienstes der Deutschen Krebshilfe INFONETZ KREBS unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 80708877.

Quelle: Deutsche Krebshilfe
Pressestelle
Buschstr. 32
53113 Bonn
Telefon: 02 28/7 29 90-96
www.krebshilfe.de

Kommentar Mammazentrum Hamburg: Auch wenn die Zeit reif ist eine erste Zwischenbilanz zu ziehen, bleibt das Thema des Zusammenhangs der Brustkrebsentstehung mit genetischen Faktoren in Bewegung. Ganz aktuell haben Wissenschaftler über 70 neuen neue genetische Varianten in Bezug auf das Brustkrebsrisiko identifiziert und die Zahl bekannter Varianten damit nahezu verdoppelt. In der Zeitschrift „Nature“  berichten Wissenschaftler über die Entdeckung von 65 Loci, die mit einem erhöhten Risiko für Brustkrebs assoziiert sind, nachdem sie genomweite Assoziationsstudien an über 250.000 Frauen europäischer und ostasiatischer Herkunft durchgeführt hatten, von denen etwa die Hälfte an Brustkrebs erkrankt waren (Association analysis identifies 65 new breast cancer risk loci. K. Michailidou et al., Nature 2017). In Nature Genetics berichten Wissenschaftler über weitere 7 Varianten, die das Risiko für Östrogenrezeptor-negativen Brustkrebs erhöhen. Identification of ten variants associated with risk of estrogen-receptor-negative breast cancer. R L Milne et al., Nature Genetics (2017). Die Forscher folgern: “Diese Ergebnisse liefern weitere Einblicke in die genetische Anfälligkeit für Brustkrebs und verbessern die Verwendung genetischer Risikowerte für individuelles Screening und Prävention.”
Das Thema wird uns aufgrund eines immer besseren Verständnisses der molekularen Zellbiologie noch lange beschäftigen, bevor wir über gesichertes Wissen verfügen.

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