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23 Jun
2014

Alternative zur Hormontherapie bei Hitzewallungen

Eine Östrogen-Therapie ist der Goldstandard für die Behandlung von Hitzewallungen und Nachtschweiß während der Wechseljahre. Aber einige Frauen wollen oder können wegen der damit verbundenen Risiken keine Hormonsubstitution durchführen. Der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Venlafaxin-Hydrochlorid wird weithin als nichthormonale Behandlung eingesetzt. Deshalb wurde jetzt in einer Studie untersucht, ob die Wirksamkeit und Verträglichkeit von niedrig dosiertem oralem 17β-Estradiol und einer Niedrigdosis Venlafaxin (retard) bei der Linderung von vasomotorischen Symptomen (VMS) vergleichbar ist. Insgesamt 339 peri-und postmenopausale Frauen mit mindestens zwei lästigen Hitzewallungen (VMS) pro Tag (Mittelwert 8,1 pro Tag) wurden ausgewählt und erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder eine Behandlung mit niedrig dosiertem oralen 17β-Estradiol (0,5 mg / d, n = 97) oder Low-Dosis Venlafaxin-Hydrochlorid  (75 mg / d, n = 96) oder ein Scheinmedikament (Placebo n = 146) für 8 Wochen (“Low-Dose Estradiol and the Serotonin-Norepinephrine Reuptake Inhibitor Venlafaxine for Vasomotor Symptoms – A Randomized Clinical Trial”; Hadine Joffe, et al., JAMA Internal Medicine; 27.5.2014). Weder die Patientinnen noch die Ärzte wussten, wer mit welcher Substanz behandelt wurde (Doppelblindstudie).

Ziel war die Messung der mittleren Tagesfrequenz von VMS nach 8 Wochen Behandlung. erfasst wurde auch die VMS Schwere und die Beeinträchtigung im täglichen Leben.

Im Vergleich zum Ausgangswert sank die mittlere Frequenz VMS in Woche 8 auf 3,9 VMS pro Tag (52,9% Reduktion) in der Östradiol-Gruppe, auf 4,4 pro VMS pro Tag (47,6% Reduktion) in der Venlafaxin-Gruppe und auf 5,5 VMS pro Tag (28,6% Reduktion) in der Placebo-Gruppe. Estradiol reduziert die Häufigkeit der Symptome um 2,3 pro Tag mehr als Placebo und Venlafaxin reduziert die Häufigkeit der Symptome um 1,8 pro Tag mehr als Placebo. Allerdings reduziert niedrig dosiertes Estradiol die Häufigkeit der Symptome um 0,6 pro Tag mehr als Venlafaxin. Die subjektive Behandlungszufriedenheit war am höchsten (70,3%) für Estradiol, am  niedrigsten (38,4%) für Placebo. Venlafaxin (51,1%),liegt genau dazwischen.

Man kann davon ausgehen, dass niedrig dosiertes orales Estradiol und Venlafaxin wirksame Substanzen zur Behandlung der VMS für Frauen in der Lebensmitte sind. Während die Wirksamkeit von niedrig dosiertem Estradiol etwas besser zu sein scheint als Venlafaxin, ist die Differenz gering und von unsicherer klinischer Relevanz. Dies gilt insbesondere für Frauen bei denen eine Östrogenbehandlung nicht in Frage kommt.

Kommentar: Es gibt eine Vielzahl von nicht hormonalen Behandlungsansätzen zur Linderung von Hitzewallungen und Nachtschweiß während der Wechseljahre. Die meisten sind nicht sorgfältig mit der Standardtherapie verglichen worden. Nach der vorliegenden Studie besteht mit Venlafaxin eine Behandlungsoption, die vor allem für Brustkrebspatientinnen nach Versagen anderer, meist TCM (Akupunktur) und naturheilkundlicher- Konzepte, eine positive Wirkung verspricht.

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