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6 Jun
2018

Defizite in der Nachsorge von Brustkrebspatientinnen

Zu wenige Patientinnen, die Brustkrebs überstanden haben, erhalten nach einer Studie, die im Journal des National Comprehensive Cancer Network veröffentlicht wurde, die empfohlenen Nachsorgeuntersuchungen nach einer Operation. Während die Richtlinien jährliche Mammographien zur Früherkennung eines Rezidivs (Wiederauftreten) der Erkrankung empfehlen, zeigte sich, dass bei einer beträchtliche Anzahl von Patienten diese Untersuchung im Laufe der Zeit nicht durchgeführt werden. Dies ist bedauerlich, da regelmäßige Kontrollen – bevor irgendwelche Symptome auftreten – insbesondere bei Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko mit einem verbesserten Gesamtüberleben verbunden sind.

Für die Studie untersuchten Dr. Ruddy und Kollegen 27.212 Patienten in den USA über einen mittleren Zeitraum von 2,9 Jahren nach einer Brustkrebsoperation, wobei 4.790 Patientinnen für mindestens 5 Jahre beobachtet wurden. Bei der Datenanalyse fanden die Untersucher, dass 1 Jahr nach der Operation nur 87 % der Patientinnen eine bildgebende Kontrolle (konventionelle oder MR-Mammographie) erhalten hatten. Nach 5 Jahren stieg die Zahl der Patientinnen, die im vergangenen Jahr keine Untersuchung erhalten hatten, von 13 auf 19%. Nur 50% der Patientinnen, die mindestens 5 Jahre lang beobachtet wurden, erhielten die nach den Richtlinien empfohlene jährliche radiologische Brustuntersuchung. Auffallend war auch, das bei älteren Patienten die Wahrscheinlichkeit einer Mammographie höher und die Wahrscheinlichkeit einer Brust-MRT im ersten und fünften Studienjahr geringer war.

“Kliniker müssen sicherstellen, dass ihre Patienten sich der Rolle bewusst sind, die diese jährlichen Mammographien nicht nur beim Screening auf neue Brustkrebserkrankungen sondern auch beim lokalen Wiederauftreten spielen. Ein Mangel an bildgebenden Nachuntersuchungen stellt eine verpasste Gelegenheit dar,  bei einer Hochrisiko-Patienten-Untergruppe wiederkehrende oder neue Brustkrebserkrankungen frühzeitig zu erkennen, ” so  der Kommentar von Benjamin O. Anderson, MD, Universität von Washington, in Seattle. Die Ärzte empfehlen, dass verstärkt neue Tools – einschließlich mobiler Apps und webbasierter Programme – eingesetzt werden, um die Einhaltung der Richtlinien für die Nachbehandlung zu unterstützen und zu fördern. 

Kommentar Mammazentrum Hamburg: Leider gibt es vergleichbare große Zahlen aus Deutschland nicht. Nach den eigenen Erfahrungen nimmt die Zahl der Patientinnen mit einer regelmäßigen Nachsorge aus verschiedenen Gründen auch bei uns mit der Zeit ab.  Die Anregung neue Möglichkeiten der digitalen Kommunikation zu nutzen, um Patientinnen an die Nachsorgetermine zu erinnern und Ihnen die Bedeutung für ihre Gesundheit zu vermitteln, ist eine gute Möglichkeit Patientinnen besser zu informieren. Hauptproblem ist auch hier in Deutschland wieder einmal der Datenschutz. 

Quelle: National Comprehensive Cancer Network

 

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