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24 Feb
2018

Gezielte Therapie und “Soft” Chemo beim Brustkrebs?

Professor C.G. Schmidt war einer der ersten Onkologen, die sich ausschließlich der Diagnose und Therapie von Tumorkranken verpflichtet fühlten. In einem Vortag wagte er eine provokante Prognose: “Entweder die Nebenwirkungen verschwinden oder die Chemotherapie verschwindet.“ Trotz der Entwicklung von Medikamenten zur Unterdrückung der Nebenwirkungen sind diese nicht ganz verschwunden. Deshalb gibt es ein mehreren Jahren Versucht eine „sanfte“ Chemotherapie zu entwickeln. Ein interessanter Ansatz ist die niedrigdosierte metronomische Chemotherapie (Eine metronomische Chemotherapie ist eine häufige, oft tägliche Gabe einer niedrig dosierten Chemotherapie), als Alternative zur konventionellen Chemotherapie. Die vorliegenden Daten sind nicht durchweg konsistent. Während vielversprechende Ergebnisse bei Tumorkontrolle erreicht und ein sehr hohes Sicherheitsprofil beobachtet werden konnte, gibt es keine endgültigen Phase III-Studie, welche einen Vergleich mit der konventionellen Chemotherapie zulässt.
Nun ergab eine randomisierte Studie, dass die Kombination einer “sanften” Chemotherapie  mit oralem Cyclophosphamid zu Pertuzumab und Trastuzumab das progressionsfreie Überleben bei älteren Frauen mit HER-2-positivem Brustkrebs erhöht.
Zusammenfassend stellten die Untersucher fest, dass die Verwendung von Trastuzumab und Pertuzumab mit der “weichen” Chemotherapie (metronomische verabreichtes orales Cyclophosphamid) bei Patientinnen zu einem sieben Monaten längerem progressionsfreien Überleben führte im Vergleich zu Patienten, die mit Trastuzumab und Pertuzumab allein behandelt wurden (Wildiers, H et al “Pertuzumab and trastuzumab with or without metronomic chemotherapy for older patients with HER2-positive metastaic breast cancer (EORTC 75111-10114): an open-label, randomised, phase 2 trial from the Elderly Task Force/Breast Cancer Group” Lancet Oncol 2018)
HER2-positiver Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium verläuft oft besonders aggressiv, Fortschritte in der gezielt gegen HER2 gerichteten Medikamente haben die Ergebnisse jedoch verbessert. Die Standardtherapie besteht in der Kombination von Trastuzumab, Pertuzumab mit dem Chemotherapeutikum Docetaxel. Während sich Docetaxel in Kombination mit Trastuzumab und Pertuzumab bei jüngeren Patientinnen mit HER2-positivem metastasiertem Mammakarzinom als wirksam erwiesen hat, kann es insbesondere bei älteren Patienten signifikant toxisch sein und die Lebensqualität beeinträchtigen.
Die offene Frage, war, ob die Einführung von HER2-gesteuerten Therapien es ermöglicht, ältere HER2-positive Patientinnen mit metastasiertem Brustkrebs mit HER2-gezielten Therapien ohne klassische Therapien zu behandeln.
Man wusste, dass die zweifache Blockade von HER2 mit Trastuzumab und Pertuzumab eine erhebliche Antitumoraktivität gezeigt hat. Auch die alleinige metronomische Chemotherapie mit oralem Cyclophosphamid hatte eine Antitumoraktivität mit minimaler Toxizität gezeigt.für ältere Patienten besser geeignet ist.
Es galt nun die Sicherheit und Aktivität einer dualen Anti-HER2-Behandlung mit oder ohne metronomische Chemotherapie bei älteren Patientinnen zu untersuchen.
In dieser offenen, randomisierten Phase-II-Studie wurden 80 Patienten randomisiert mit Trastuzumab und Pertuzumab (TP) oder TP plus metronomer oraler Cyclophosphamid (TPM) behandelt. Die Patienten waren 70 Jahre alt oder älter oder 60 Jahre oder älter, wenn sie bestimmte funktionelle Einschränkungen aufwiesen. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 76,7 Jahre. Bei einem medianen Follow-up von 20,7 Monaten betrug das mediane progressionsfreie Überleben 5,6 Monate (95% CI, 3,6-16,8) in der TP-Gruppe gegenüber 12,7 Monaten (95% CI, 6,7-24,8) in der TPM-Gruppe ohne die Nebenwirkungen signifikant zu erhöhen.

Im Ergebnis zeigt sich, dass der Einsatz einer schonenden Therapie bei älteren, gebrechlichen Patienten das Tumorwachstum verzögern und den Einsatz einer toxischeren Chemotherapie verzögern oder sogar vermeiden könnte.
“In dieser Altersgruppe kann die Erhaltung der Lebensqualität und die Vermeidung toxischer Nebenwirkungen genauso wichtig sein wie das Überleben”, sagte der Hauptautor.

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