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21 Mai
2018

Hormonersatztherapie nach Entfernung der Eierstöcke bei BRCA-1 Mutationsträgerinnen?

BRCA-Mutationsträgerinnen wird eine risikoreduzierende Entfernung der Eileiter und Eierstöcke empfohlen, um das Auftreten von Eierstockkrebs zu verhindern. Ob nach dieser Operation bei jungen Frauen (BRCA 1) eine Hormonersatztherapie ohne Risiko erfolgen kann, wurde in einer Studie untersucht.

Eine prospektive Longitudinalkohortenstudie beobachtete BRCA1- und BRCA2-Mutationsträgerinnen aus 80 teilnehmenden Zentren in 17 Ländern zwischen 1995 und 2017 mit einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 7,6 Jahren. Unter allen Teilnehmerinnen mit einer persönlichen oder familiären Vorgeschichte von Brust- und / oder Eierstockkrebs wurden 872 BRCA1-Mutationsträger mit einer mittleren postoperativen Nachbeobachtungszeit von 7,6 Jahren in diese Studie eingeschlossen. Die Trägerinnen der BRCA1-Mutation (ohne Krebs in der persönlichen medizinische Vorgeschichte), die sich für eine risikoreduzierende Entfernung der Eileiter und Eierstöcke entschieden hatten, wurden nachuntersucht. Das mittlere (SD) Alter der Teilnehmerinnen betrug 43,4 (8,5) Jahre. Unter diesen wurden 92 (10,6%) Brustkrebsfälle diagnostiziert. Insgesamt war die Hormonersatztherapie nach Ovarektomie nicht mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden. Die Wirkungen von Östrogen allein und der Kombinationstherapie waren jedoch unterschiedlich. Nach 10 Jahren Follow-up betrug die kumulative Inzidenz von Brustkrebs bei Frauen mit alleiniger Östrogentherapie 12% im Vergleich zu 22% bei Frauen, die Östrogen plus Progesteron erhalten hatten.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Verwendung von Östrogen nach Oophorektomie das Brustkrebsrisiko bei Frauen mit einer BRCA1-Mutation nicht erhöht und demnach können BRCA1-Mutationsträgerinnen  unter Berücksichtigung der präventiven Operation davon ausgehen, dass die Hormonersatztherapie sicher ist. Die mögliche nachteilige Wirkung von Progesteron-haltigen Hormonpräparaten erfordert weitere Untersuchungen.

Kommentar Mammazentrum Hamburg.: Aus unserer Sicht sind die Ergebnisse noch mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. 872 Patientinnen sind auf den ersten Blick eine beindruckende Zahl. Mehr Patientinnen und noch längere Nachbeobachtungszeiträume wären jedoch erforderlich um wirklich sicher zu sein. Dennoch sind die Ergebnisse eine Beruhigung für Patientinnen mit hormonellen Ausfallserscheinungen. Weiterhin stellt sich in der Praxis die Frage: Wie gehe ich mit Patientinnen ohne simultane Gebärmutterentfernung um? Für diese Patientinnen bleibt die Kombinationstherapie der Wahl eine Kombination mit Gestagenen. Rechtfertigt das erhöhte Risiko eine Empfehlung zur Entfernung der Gebärmutter? Danach wäre eine alleinige Östrogengabe möglich. Bleibt das erhöhte Risiko auch bei Kombination von Östrogenen mit einer Progesteron-Spirale bestehen? Nach wie vor bleibt eine Restunsicherheit darüber, wie man Betroffene “Previvors” beraten sollte.

Kotsopoulos J et al., Hormone Replacement Therapy After Oophorectomy and Breast Cancer Risk Among BRCA1 Mutation Carriers. Hereditary Breast Cancer Clinical Study Group. JAMA Oncol. 2018 Apr 19. 

 

 

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