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27 Nov
2018

Immuntherapie – Licht am Ende des Tunnels

Die Stimulation der angeborenen Fähigkeit des Immunsystems, Krebszellen anzugreifen, ist ein völlig neues Wirkprinzip in der Krebstherapie. Dieses Prinzip basiert auf der Blockade von Eiweißen, CTLA-4 und PD-1, die auf der Oberfläche von Abwehrzellen als „Bremsen“ für das Immunsystem fungieren. Werden diese Proteine blockiert, greift das körpereigen Immunsystem verstärkt Krebszellen an. Solche Aktivatoren sog. Immun-Checkpoint-Inhibitoren haben sich mittlerweile als erstaunlich wirksam im Kampf gegen Krebs erwiesen.

Die bislang bekannten Studien bieten eine Fülle von neuen Ansätze zur verbesserten Behandlung des frühen und fortgeschrittenen Mammakarzinoms. Für Frauen mit triple-negativem Brustkrebs fehlt es noch immer an einer erfolgreichen Therapiestrategie. Die Suche nach effektiveren Therapie für Frauen mit dreifach negativem Brustkrebs (TNBC) wird deshalb weltweit intensiviert. Neben neuen PARP-Hemmern (Poly (ADP-ribose) Polymerase) wie Talazoparib, werden Strategien mit neuen Topoisomerasehemmern getestet, nachdem die Ergebnisse mit bisherigen Präparaten in dieser Substanzgruppe nicht zufriedenstellend ausgefallen sind.

Für das TNBC gab es eine Reihe von relevanten – wenngleich frühen – klinischen Daten zur Immuntherapie plus Chemotherapie bei Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs.

Bei Tumoren mit dieser ausgesprochen ungünstigen Prognose erscheint Inhibitoren der Serine/Threonine Protein Kinase (AKT) zunehmend als hochinteressantes therapeutisches Prinzip. So gelang es beispielsweise durch den Einsatz des oralen Capivasertib (AZD5356) sowohl das progressionsfreie Überleben in einer Phase-II-Studie von 4,2 auf 5,9 Monate zu steigern und das Gesamtüberleben von 4,0 auf 10,2 Monate signifikant zu verlängern. Interessanterweise war die Wirkung von Capivasertib auf Tumoren beschränkt, die Genveränderungen in PIK3CA/AKT1/ PTEN aufwiesen, während die Substanz in nicht mutierten Tumoren keinen therapeutischen Effekt zu haben schien. Ähnlich hoffnungsvolle Ergebnisse wurden in einer Reanalyse der LOTUSStudie beobachtet, bei der es durch den Einsatz des AKT-Hemmers Ipatasertib zu einem grenzwertig signifikanten Überlebensvorteil gekommen ist. In dieser Phase-II-Studie beim fortgeschrittenen Mammakarzinom wurde der klinische Benefit der Zugabe von Ipatasertib zu Paclitaxel mit einer alleinigen Paclitaxel-Gabe verglichen.

Beide Studien sind klein und vorläufig, sie zeigen aber klar auf, dass eine selektive Hemmung von AKT im Rahmen eines multimodalen Therapiealgorithmus durchaus therapeutisch eine Berechtigung hat.

Der PARP Inhibitor Talazoparib zeigte beim fortgeschrittenen Mammakarzinom mit BRCA 1/2 Mutationen signifikante Vorteile beim Verhindern einer Progression bei weniger Nebenwirkungen im Vergleich zur Chemotherapie (Litton JK et al. NEJM 2018; 379: 753–763).

Die stärkste Zukunftsvision bleibt trotz alledem die Immuntherapie in Kombination mit einer Chemotherapie bei Patientinnen mit triple-negativem Brustkrebs. Derzeit haben die Onkologen immunvermittelte Nebenwirkungen (Erkrankungen, bei denen das Immunsystem den eigenen Körper angreift) noch nicht im Griff. Aber z.B. die Studie Keynote 355 an, deren Ergebnisse in diesem Jahr vorgestellt werden sollen, wird mehr Klarheit bringen. In der Phase-3-Studie erhielten die Patientinnen Pembrolizumab oder Placebo plus Chemotherapie (Paclitaxel/nab-Paclitaxel/Gemcitabin plus Carboplatin). Weitere Verbessrungen erhofft man sich durch die Kombination von Atezolizumab mit Nab-Paclitaxel. 

Studien zeigen zumindest initial einige vielversprechende Befunde wie z.B. eine 10-monatigen Verbesserung des Gesamtüberlebens bei Patientinnen mit PD-L1-positiv, triple-negativem Brustkrebs. Solche Ergebnisse waren in der Vergangenheit nicht so häufig, insbesondere bei dieser aggressiven Form von Brustkrebs.

Quelle: ch.universimed.com (eingeschränkt zugängliches Fachforum)

 

 

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