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19 Feb
2017

Verbessern cholesterinsenkende Medikament den Verlauf beim hormonrezeptorpositiven Brustkrebs?

Bei Frauen steigen mit zunehmendem Alter oft die Serumspiegel an Cholesterin, LDL und somit auch LDL-Cholesterin an. Dies ist Folge einer durch den Östrogenmangel bedingten Veränderungen des Lipid(fett)stoffwechsels. Aus verschiedenen Gründen werden deshalb viele ältere Frauen mit cholesterinsenkenden Medikamenten behandelt. Da ein komplexer Zusammenhang zwischen Cholesterin und Steroidhormonen bekannt ist, wurde untersucht ob Frauen unter der adjuvanten endokrinen Therapie beim Brustkrebs einen Effekt bei gleichzeitiger Einnahme von Cholesterinsenkern zeigten.

Es ist bekannt, dass cholesterinsenkende Medikamente hormonsensible Tumore beeinflussen können. Dies erfolgt durch systemische Senkung des Cholesterinspiegels und des Cholesterolmetaboliten 27-Hydroxycholesterol (27HC), der als Östrogenrezeptor-Ligand wirkt und nachweislich das ER-abhängige Tumorwachstum reguliert.

In der Tat wurde gefunden, dass Frauen, die cholesterinsenkende Medikamente während der adjuvanten endokrinen Therapie für Brustkrebs einnehmen (BIG 1-98) eine signifikant bessere krankheitsfreie Überlebensrate (DFS) aufweisen. Im Vergleich mit Frauen die keine cholesterinsenkenden Medikamente erhielten, war die Einleitung einer cholesterinsenkenden Therapie mit einer Verbesserung der DFS um 21%, und mit einer 24% igen Verbesserung des brustkrebsfreien Intervalls (BCFI) und einer 26% igen Verbesserung des metastasenfreien Überlebens (DRFI) verbunden, Darüber hinaus zeigten Patientinnen unter Tamoxifen, im Gegensatz zu Letrozol niedrigere Cholesterinspiegel während der Behandlung.

Diese Studie bestätigt nicht nur frühere Hinweise auf eine positive Wirkung von cholesterinsenkenden Medikamenten – vor allem Statine – auf das Brustkrebs-Risiko, sondern ist auch die erste Studie, welche die positive Wirkung von cholesterinsenkenden Medikamenten auf den Brustkrebsverlauf in einer großen, internationalen, prospektiv durchgeführten, randomisierten klinischen Untersuchung der modernen adjuvanten endokrinen Therapie bei postmenopausalen Frauen belegt.

Eine Empfehlung für die Verwendung von Statinen für die Nachbehandlung von Brustkrebs ist jedoch weiterhin umstritten. Auch weil die Studie nicht zwischen Statinen und anderen cholesterinsenkenden Medikamenten unterschieden hat, können die Ergebnisse bislang nicht dazu verwendet werden, diese Therapie generell zu empfehlen. Dennoch werden andere Berichte bestätigt, die ebenfalls darauf hindeuten, dass cholesterinsenkende Medikamente  – vor allem Statine – mit einer niedrigeren Häufigkeit des späteren Wiederauftretens der Erkrankung assoziiert sind.

Dies scheint auch mit der Art der endokrinen Therapie verbunden zu sein.

Eine Hypercholesterinämie während der Behandlung mit einem Aromatase-Inhibitor (AI) kann die beabsichtigte Wirkung der endokrinen Therapie verringern, da der Nachweis einer Östrgenrezeptor-Potenzierung durch 27-Hydroxycholesterol vorliegt. Patienten, die mit einem AI behandelt werden, konnten von den begleitenden cholesterinsenkenden Medikamenten stärker profitieren. Tamoxifen verringert jedoch den Cholesterinspiegel und eine gleichzeitige Cholesterinsenkung kann deshalb auch nur geringere klinische Auswirkungen zeigen.

Unter Experten ist unstrittig, dass eine große prospektive randomisierte klinische Studie erfolgen sollte, um den Wert der cholesterinsenkende Medikamente zusammen mit einer endokrinen Behandlung von Brustkrebs zu bestätigen.

Quelle: Cholesterol, Cholesterol-Lowering Medication Use, and Breast Cancer Outcome in the BIG 1-98 Study Signe Borgquist et al.,  Journal of Clinical Oncology. Feb 2017. http://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.2016.70.3116

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